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Print on Demand in die Schweiz verkaufen
Warum die Marge höher ist als in Deutschland — und der zweite Artikel im Warenkorb trotzdem ein Problem sein kann.
Von Miro Flemke, Geschäftsführer · Shop & Marketing · Flemke & Pätkau
Aktualisiert am 02. September 2026 · 2 Min. Lesezeit
Beim Verkauf in die Schweiz entfällt die deutsche Umsatzsteuer, weil es eine steuerfreie Ausfuhrlieferung ist — deine Marge liegt dadurch spürbar höher als im Inland. Dafür zahlt dein Kunde ab rund CHF 62 Warenwert Einfuhrsteuer plus Verzollungsgebühr. Ein einzelnes Shirt bleibt darunter, zwei nicht mehr.

Dieser Artikel setzt voraus, dass die Grundlagen stehen — Gewerbe, Kalkulation, Nische. Falls nicht, fang mit Print on Demand in Deutschland starten an.
Was beim Verkauf in die Schweiz anders ist
Die Schweiz ist nicht in der EU. Für dich als Händler heißt das dreierlei: Deine Lieferung ist eine Ausfuhr, die deutsche Umsatzsteuer entfällt, und an der Grenze wird die Sendung eingeführt — mit allem, was dazugehört.
Das klingt nach Aufwand, ist unterm Strich aber eher ein Vorteil. Der Aufwand liegt woanders, als die meisten erwarten.
Der Vorteil: keine deutsche Umsatzsteuer
Lieferungen in Drittländer sind steuerfreie Ausfuhrlieferungen. Vom Verkaufspreis bleibt dir also der volle Betrag, während im Inland 19 Prozent abgehen.
Bei einem Shirt für 35,95 Euro sind das rund 5,74 Euro mehr Erlös bei identischem Preis. Die vollständige Rechnung steht unter Kosten und Marge beim Verkauf in die Schweiz.
Voraussetzung ist der Ausfuhrnachweis. Bei Paketdiensten entsteht er automatisch aus den Versanddaten — du musst ihn nur aufbewahren.
Der Haken: dein Kunde zahlt an der Grenze
Was du sparst, holt sich die Schweiz beim Empfänger. Ab einem Steuerbetrag von CHF 5 wird die Einfuhrsteuer erhoben — beim Normalsatz von 8,1 Prozent entspricht das rund CHF 62 Warenwert. Dazu kommt eine Verzollungsgebühr des Zustellers, die den Betrag oft übersteigt.
Für deinen Kunden bedeutet das eine Nachzahlung an der Haustür. Wer damit nicht rechnet, verweigert die Annahme — und du hast eine Retoure, die du nicht weiterverkaufen kannst.
Warum der Warenkorb-Hebel hier anders wirkt
Für den deutschen Markt gilt: Ein zweiter Artikel in derselben Bestellung verdoppelt deinen Gewinn, weil Versand und Werbung nur einmal anfallen. Das stimmt für die Schweiz genauso — mit einem Unterschied:
| Bestellung | Warenwert | Einfuhrsteuer |
|---|---|---|
| 1 Shirt | rund CHF 33 | frei |
| 2 Shirts | rund CHF 67 | wird erhoben + Gebühr |
Genau die Optimierung, die im Inland richtig ist, schiebt deinen Schweizer Kunden über die Freigrenze. Wie du damit umgehst, steht unter Zoll und Einfuhr in die Schweiz.
Versand
Für Kleinsendungen ist DHL Warenpost International der übliche Weg — rund 8,99 Euro pro Sendung. Das ist gut doppelt so viel wie im Inland und der wichtigste Kostenblock, den du einplanen musst. Details unter Versand in die Schweiz.
Ab wann es kompliziert wird
Erreichst du CHF 100.000 Jahresumsatz aus Kleinsendungen in die Schweiz, greift die Versandhandelsregelung: Deine Lieferungen gelten dann als Inlandlieferungen, du wirst in der Schweiz mehrwertsteuerpflichtig und musst dich registrieren. Ab da rechnest du Schweizer Mehrwertsteuer ab — der Kunde zahlt dann nichts mehr an der Grenze.
Für den Einstieg ist das weit weg. Wichtig ist nur, die Grenze im Blick zu behalten, weil sie sich auf den weltweiten Umsatz aus Kleinsendungen bezieht.
„In Deutschland optimierst du auf einen vollen Warenkorb. An der Schweizer Grenze kann genau der zum Problem werden.“
Häufige Fragen
Muss ich für Lieferungen in die Schweiz deutsche Umsatzsteuer berechnen?
Nein. Lieferungen in die Schweiz sind Ausfuhrlieferungen und damit von der deutschen Umsatzsteuer befreit — vorausgesetzt, der Ausfuhrnachweis liegt vor. Die Steuer erhebt stattdessen die Schweiz bei der Einfuhr.
Ab wann zahlt mein Kunde Einfuhrsteuer?
Sobald der Steuerbetrag CHF 5 erreicht. Beim Normalsatz von 8,1 Prozent entspricht das rund CHF 62 Warenwert. Darunter wird nichts erhoben.
Brauche ich eine Schweizer Mehrwertsteuernummer?
Erst ab CHF 100.000 Jahresumsatz aus Kleinsendungen in die Schweiz. Dann greift die Versandhandelsregelung und deine Lieferungen gelten als Inlandlieferungen.
Lohnt sich der Schweizer Markt überhaupt?
Rechnerisch ja — ohne deutsche Umsatzsteuer bleibt vom selben Verkaufspreis deutlich mehr übrig. Der Aufwand liegt in Versand und Zollabwicklung, nicht in der Marge.
Geschrieben von

Miro Flemke
Geschäftsführer · Shop & Marketing · Flemke & Pätkau
Baut seit Jahren Print-on-Demand-Shops und Modemarken auf und verantwortet bei Flemke & Pätkau Shop-Aufbau und Marketing.
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