Glossar

OSS-Verfahren

Themenübersicht: Print on Demand in Deutschland starten
Miro Flemke

Von Miro Flemke, Geschäftsführer · Shop & Marketing · Flemke & Pätkau

Aktualisiert am 02. September 2026 · 1 Min. Lesezeit

Das OSS-Verfahren (One-Stop-Shop) erlaubt es, die Umsatzsteuer für Verkäufe an Privatkunden in anderen EU-Ländern gebündelt über das Bundeszentralamt für Steuern zu melden — statt sich in jedem Land einzeln zu registrieren. Relevant wird es ab 10.000 Euro EU-Umsatz im Jahr.

Das One-Stop-Shop-Verfahren, kurz OSS, ist eine Vereinfachung für grenzüberschreitende Verkäufe an Privatkunden innerhalb der EU. Statt sich in jedem Zielland umsatzsteuerlich zu registrieren, meldest du alle EU-Umsätze gebündelt über eine zentrale Stelle.

Die 10.000-Euro-Schwelle

Seit dem 1. Juli 2021 gilt eine EU-weit einheitliche Lieferschwelle von 10.000 Euro netto pro Kalenderjahr. Sie ersetzt die früheren länderspezifischen Schwellen. Alle Verkäufe an Privatkunden in anderen EU-Staaten werden zusammengerechnet.

Unterhalb der Schwelle darfst du weiter deutsche Umsatzsteuer berechnen. Oberhalb gilt der Steuersatz des Ziellandes — also 20 Prozent für Österreich, 20 Prozent für Frankreich, und so weiter.

Warum das auch Kleinunternehmer betrifft

Die Kleinunternehmerregelung befreit dich von der deutschen Umsatzsteuer. Sie hebelt aber nicht die Steuerpflicht im Zielland aus. Wer als Kleinunternehmer die EU-Schwelle überschreitet, kann im Ausland melde- und steuerpflichtig werden — ein Punkt, der in Einsteiger-Anleitungen regelmäßig fehlt.

Anmeldung und Meldung

Die Teilnahme ist freiwillig und läuft über das Bundeszentralamt für Steuern. Ist man registriert, gilt das Verfahren für alle EU-Fernverkäufe — man kann nicht einzelne Länder ausnehmen. Gemeldet wird quartalsweise.

Für Print on Demand ist das besonders relevant, weil viele Druckdienstleister direkt in EU-Länder versenden und internationale Verkäufe damit ohne eigenes Zutun entstehen.

Geschrieben von

Miro Flemke

Miro Flemke

Geschäftsführer · Shop & Marketing · Flemke & Pätkau

Baut seit Jahren Print-on-Demand-Shops und Modemarken auf und verantwortet bei Flemke & Pätkau Shop-Aufbau und Marketing.

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