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Print on Demand in Österreich starten
Der Start ist unbürokratischer als in Deutschland, kostet aber ab dem ersten Tag Geld. Beides solltest du kennen, bevor du anmeldest.
Von Miro Flemke, Geschäftsführer · Shop & Marketing · Flemke & Pätkau
Aktualisiert am 02. September 2026 · 3 Min. Lesezeit
Print on Demand funktioniert in Österreich genauso wie in Deutschland — das Geschäftsmodell und die Kalkulation ändern sich nicht. Anders sind drei Dinge: Du meldest dein Gewerbe online über GISA an und bist damit automatisch Pflichtmitglied der Wirtschaftskammer, du zahlst ab der Anmeldung Beiträge an die Sozialversicherung der Selbständigen, und die Kleinunternehmergrenze liegt mit 55.000 Euro brutto mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland.

Print on Demand in Österreich starten
Das Geschäftsmodell ist dasselbe wie in Deutschland: Du entwirfst Motive, ein Dienstleister druckt und versendet erst nach der Bestellung, du hältst kein Lager. Auch die Kalkulation ändert sich nicht nennenswert — die Produktion kostet dasselbe, die Werbung kostet dasselbe.
Was sich unterscheidet, ist der rechtliche Rahmen drumherum. Und zwar in beide Richtungen: Manches ist in Österreich einfacher, manches teurer.
Die Anmeldung ist schneller — und verpflichtender
Der Handel mit eigenen Produkten ist in Österreich ein freies Gewerbe. Du brauchst keinen Befähigungsnachweis, keine Meisterprüfung, keine Ausbildung. Die Anmeldung läuft online über das Gewerbeinformationssystem Austria (GISA) und ist in wenigen Minuten erledigt.
Mit dieser Anmeldung passieren aber zwei Dinge automatisch, die es in Deutschland so nicht gibt:
- Du wirst Pflichtmitglied der Wirtschaftskammer. Das ist keine Option, sondern gesetzlich vorgeschrieben, und es kostet ab dem zweiten Jahr die WKO-Grundumlage.
- Du wirst bei der Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) pflichtversichert. Das ist der Punkt, der die meisten überrascht — und der Grund, warum wir ihm eine eigene Seite widmen.
Für das erste Jahr federt das Neugründungs-Förderungsgesetz einiges ab: Verwaltungsabgaben, Stempelgebühren und die WKO-Grundumlage entfallen. Beantragen musst du das aktiv, und zwar vor der Anmeldung.
Der Unterschied, der Geld kostet
In Deutschland meldest du ein Gewerbe an, zahlst rund 20 Euro und hast danach zunächst keine laufenden Pflichtabgaben. Wenn nichts verkauft wird, kostet das Gewerbe nichts.
In Österreich beginnt mit der Anmeldung eine Beitragspflicht bei der SVS. Sie läuft unabhängig davon, ob du etwas verkaufst. Wer unter den Grenzen für Kleinstunternehmer bleibt, kann sich von der Pflichtversicherung ausnehmen lassen und zahlt dann nur noch die Unfallversicherung von 155,40 Euro im Jahr — aber auch das ist mehr als null, und die Ausnahme muss beantragt werden.
Rechne den Start in Österreich deshalb anders: Nicht „kostet fast nichts", sondern „kostet im ersten Jahr eine überschaubare, aber feste Summe". Was das für deine Zahlen bedeutet, steht auf der Steuerseite.
Der Unterschied, der Geld bringt
Dafür ist die Kleinunternehmerregelung in Österreich deutlich großzügiger:
| Österreich | Deutschland | |
|---|---|---|
| Grenze | 55.000 € brutto | 25.000 € netto (Vorjahr) |
| Toleranz | 10 %, also bis 60.500 € | keine im laufenden Jahr |
Praktisch heißt das: Ein österreichischer Shop kann mehr als doppelt so viel umsetzen, bevor er Umsatzsteuer ausweisen muss. Für einen Nebenerwerb ist das viel Luft.
Ob du diese Luft nutzen solltest, ist eine eigene Frage. Ohne Umsatzsteuer gibt es keinen Vorsteuerabzug — und bei Print on Demand ist der Wareneinsatz hoch. Wir rechnen das auf der Steuerseite durch.
Verkaufen über die Grenze
Österreich ist EU-Binnenmarkt. Lieferungen nach Deutschland sind kein Export: kein Zoll, keine Ausfuhranmeldung, keine Einfuhrsteuer beim Kunden. Das ist der große Unterschied zur Schweiz, wo genau diese Dinge anfallen.
Eine Schwelle gibt es trotzdem: Ab 10.000 Euro Jahresumsatz mit Privatkunden in anderen EU-Ländern schuldest du die Umsatzsteuer des jeweiligen Ziellandes. Gemeldet wird sie über das OSS-Verfahren — eine einzige Erklärung statt einer Registrierung in jedem Land.
Lohnt sich der Start?
Die ehrliche Antwort ist dieselbe wie in Deutschland: Es hängt nicht am Land, sondern daran, ob deine Motive verkaufen. Der rechtliche Rahmen macht den Unterschied zwischen „geht" und „geht nicht" nicht aus — er macht nur den Unterschied zwischen ein paar hundert Euro Fixkosten im Jahr.
Was tatsächlich entscheidet, steht in Passt Print on Demand zu mir? — und die Zahlen, mit denen du rechnen solltest, in Kosten und Marge.
„In Deutschland kostet dich eine Gewerbeanmeldung 20 Euro und danach erst mal nichts. In Österreich beginnt mit der Anmeldung eine Beitragspflicht.“
Häufige Fragen
Brauche ich für Print on Demand in Österreich ein Gewerbe?
Ja. Sobald du regelmäßig und mit Gewinnabsicht verkaufst, brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Der Handel mit eigenen Produkten ist ein freies Gewerbe — du meldest es ohne Befähigungsnachweis online über GISA an.
Was kostet mich der Start im ersten Jahr wirklich?
Die Gewerbeanmeldung selbst ist mit NeuFöG-Befreiung kostenlos, und die WKO-Grundumlage entfällt im ersten Jahr. Bleibt die Sozialversicherung: Wer unter den Kleinstunternehmergrenzen bleibt, kann sich von der Pflichtversicherung ausnehmen lassen und zahlt dann nur die Unfallversicherung von 155,40 Euro im Jahr.
Ist die Kleinunternehmerregelung in Österreich besser als in Deutschland?
Die Grenze ist deutlich höher: 55.000 Euro brutto gegenüber 25.000 Euro netto in Deutschland. Ob sie sich lohnt, ist eine andere Frage — ohne Umsatzsteuer gibt es auch keinen Vorsteuerabzug, und bei Print on Demand ist der Wareneinsatz hoch.
Kann ich als Österreicher auch nach Deutschland verkaufen?
Ja, ohne Zoll und ohne Grenzformalitäten. Ab 10.000 Euro Jahresumsatz mit Privatkunden in anderen EU-Ländern schuldest du allerdings die Umsatzsteuer des Ziellandes und meldest sie über das OSS-Verfahren.
Geschrieben von

Miro Flemke
Geschäftsführer · Shop & Marketing · Flemke & Pätkau
Baut seit Jahren Print-on-Demand-Shops und Modemarken auf und verantwortet bei Flemke & Pätkau Shop-Aufbau und Marketing.
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